Mukke geht über Grenzen – Solidarität über Repression

insurrZum 14.Juli  17.Juli werden wir wiedereinmal KRACH machen gegen Repression, Grenzen und Nationen: Es besteht die Überlegung, eine Demo anzumelden, falls uns der Pariser Platz als Kundgebungsort nicht genehmigt wird. In diesem Fall gehen wir über den KuDamm vom Institut Francais bis zur Französischen Botschaft am Brandenburger Tor.
Infos werden folgen leider auch über Facebook ( zwecks Propaganda ) :
https://www.facebook.com/events/1612831455640715/

 

insurrSo wie in Deutschland der 9.November gefeiert wird, als gäbe keine Grenze mehr und als wären wir uns einig usw., so wird der 14.Juli in Frankreich als Nationalfeiertag zelebriert um der Französischen Revolution zu gedenken und den Menschen, die für Freiheit, Gleichberechtigung und Geschwisterlichkeit gestorben sind.
Heuchlerisch werden Feuerwerke gezündet und Entenstopfleber gefressen, ohne einen Gedanken an Ausbeutung, Kolonisation und Repression zu verschwenden, welche sich wie  blutrote Fäden durch die Französische Geschichte ziehen.
Am 14. Juli 1789 wurde in Paris als Auftakkt der Revolution die „Bastille“ erstürmt und besetzt, um ein Zeitalter einzuläuten, welches Monarchie, Ausbeutung und Unterdrückung ablösen sollte.

Der König wurde geköpft, doch seitdem haben sich die Herrschaftsstrukturen nur verlagert.  mamaafrika
Feldzüge, Ausbeutung und Massaker in den Französischen Kolonien, zerstörte Kulturen und Gesellschaften, Kriege, postkoloniale Ausbeutung und Repression bilden das schwere Erbe dieser Nation, worüber viel zu viel geschwiegen wird.
Obwohl Unabhängigkeitskriege die „Kolonialherren“ aus Afrika und anderswo verscheucht haben hat die Ausbeutung nie geendet. 440 000 000 000 Euro Steuergelder aus den Exkolonien an Frankreich für die gebrachte sogenannte „Zivilisation“.
Quasi die gesamte französische Energieerzeugung basiert auf Uran aus der Subsahara und Zentralafrika.
Bürgerkriege und Elend sind die postkoloniale Hinterlassenschaft Frankreichs an diese Regionen und eine Hauptursache für die Flucht nach Europa. FLUCHTURSACHEN werden verschwiegen, verschleiert und gefördert durch blinden Konsum…
Wie in Deutschland machen rassistische Aslygesetze Geschwisterlichkeit unmöglich.
Katastrophale Situationen für Menschen ohne Papiere in Calais und ganz Europa widersprechen den Ideen von Frieden und Gerechtigkeit.
Liberté, égalité & fraternité bleiben hohle Parolen sowie Einigkeit und Recht und Freiheit.

 

 

 

Z.A.D. , Freepartys und wie das freie Leben unterdrückt wird

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In Frankreich gibt es Zahlreiche „Zone à Défendre“ sog. Zu Verteidigende Zonen so wie der Hambacher Forst hier zwischen Köln und Aachen. Orte wo Menschen sich autonom und solidarisch organisieren und wo Werte wie Freiheit und Solidarität nicht nur gefaselt, sondern gelebt werden.
Leider tut die Regierung alles, um dies zu verbieten.
Repression liegt an der Tagesordnung und zeigt sich am Beispiel des von Bullen ermordeten 21 Jährigen Rémi, welcher in der Nacht des 25 Octobers 2014 durch eine Leuchtgranate der Polizei ums Leben kam.

Neben den Z.A.D.s werden in Frankreich zahlreiche illegale Free-Partys autonom organisiert.
NLPolTausende von Menschen, die trotz Überwachung und Verbote es schaffen, zusammenzukommen um auf unkommerziellen Tekknopartys zu feiern.
Sie sind Alternativen zu überteuerter, rassistischer, diskriminierender Clubkultur.
Seit 2002 werden solche friedlichen Veranstaltungen regelmäßig brutal angegriffen, polizeilich geräumt und es werden Soundsystems konfisziert. Leuchtgranaten, Tränengas, Taser und Blaulicht sind kein Ersatz für unsere Nebelmaschinen, Laser und Strobos!
Sogenannte „anti-techno Gesetze“ verbieten überall in Europa, dass sich Menschen unkommerziell und selbstorganisiert versammeln um sich auszutauschen und zu tanzen.legalizetekk
Seit letztem Jahr haben sich verschiedene Soundsystems zusammengeschlossen um gemeinsam die Straßen zu beschallen und klar zu machen, dass wir die Schnauze voll haben.

In tiefer Solidarität mit allen Betroffenen von Repression und mit dem Bewusstsein, dass Musik es vermag, Grenzen zu überwinden,

werden wir uns am 14.07.2015 Freitag den 17.07.2015 Versammeln um Krach zu machen und laut zu sein!cropped-nojustice.png

Für eine Gesellschaft der wahren Werte:
Gegen das Konstrukt von Grenzen und Nationen,
Nein zu Rassismus, Staatsgewalt und Repression!
Wir wollen ein freies Leben, selbstorganisiert und solidarisch!
Wir wollen all diese Strukturen zerstören, welche uns unterdrücken und verbieten wollen!
Wir werden Freiräume schaffen, Musikk machen, eigene Strukturen aufbauen und wir werden tanzen!

Push Back FRONTEX

Am 22.04. 2015 war Frontex Chef Klaus Rösler zu Besuch in der Sophienstraße in Berlin…

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Knappe 4 Tage nach dem wiederholtem Drama im Mittelmeer wo über 1100 Menschen ertranken, wollte Rösler in aller ruhe über FRONTEX berichten und für seine Schandtaten werben.

Wir versammelten uns zu einer Angemeldeten Kundgebung am Eingang der Schwarzkopf Stiftung, welche ihn eingeladen hatte und es gab Redebeiträge und Musik.
Ein Helikopter war im Einsatz, und einige Polizisten (der 15. Hundertschaft) standen wie üblich herum als Klaus auf sich warten ließ.

 

Die Atmosphäre war in Spannung: Trauer und Fassungslosigkeit über die unzähligen Toten der letzten Tagen & Hass wie Wut auf Rösler, FRONTEX, die EU und alle die dazu beitragen was täglich an Europas Außengrenzen geschieht.

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Menschen, welche direkt von FRONTEX betroffen waren hatten großen Redebedarf gegenüber Rösler und fühlten sich verletzt nicht erhört zu werden.

Daraufhin (weil Rösler uns weder Ohr noch Wort schenken wollte) meldeten wir eine Spontane Demonstration an.
Ab 21h wollten wir über den Alexander Platz, Hackescher Markt, Unter den Linden, Pariser Platz zum Kanzleramt Demonstrieren.
Da die Polizei anscheinend überhaupt keine Lust hatte uns zu eskortieren, bot sie uns ein delegierten Gespräch in der Öffentlichkeit an. 5 Betroffene sollten die Möglichkeit bekommen mit Rösler zu reden (insofern er sich darauf einlässt). Im Gegenzug sollte keine spontane Demonstration stattfinden.

Bevor sich jedoch die Delegation der Polizei vorstellen konnte, geschah worauf alle warteten.

Klaus Rösler kam überraschend ungeschützt in der Sophien Straße an.

 

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Dann passierte es: „Aus heiterem Himmel“ flogen einige Farbbeutel in Richtung Rösler und Trafen ihr Ziel.

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Ein Paar wenige PolizistInnen versuchten mit Schlägen, schubsen, schieben und Spray die AktivistInnen wegzudrängen um Klaus ins Haus zu schleusen. An dieser stelle war die Staatsgewalt scheinbar verwirrt, weil sie teilweise statt Pfefferspray auch Desinfektionsmittel o.ä. versprühte (wie AktivistInnen im Nachhinein berichteten).

 

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Sobald der mit Blut und „Marmelade“ befleckte Mörder im Hauseingang war und die Masse „Blut an deinen Händen!“ skandierte, machten wir uns zu 3. unterwegs um einen Transporter mitsamt Generator und Soundsystem spontan zu organisieren. An dieser Stelle danke an alle die uns spontan ihr Material und Vertrauen schenkten.
Als wir um 22h statt 21h mit dem Lautsprecherwagen ankamen, war der Mörder schon weg ( durch die Hintertür abgehauen… ) und als es dann endlich um 23h losging waren nicht mehr als 150 VersammlungsteilnehmerInnen vor Ort (… entschuldigt das warten in der Kälte, war alles sehr spontan).

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Jedenfalls sind wir in der Nacht zum 23. April. Lautstark, traurig, wütend und tanzend auf der Straße gewesen: Mit Lauten Redebeiträgen, Open Mic, Weltmusik wie Punk und Tekkno haben wir die Straßen der Innenstadt aus dem Schlaf geweckt.
Gegen FRONTEX, Rassismus, Repression & gegen Rösler.
für Gleiche Rechte für alle und deren konkrete Durchsetzung.

klaus

Fight Law and Order!