Die „Reclaim Görli“ – Tekk Back Da Park – Trilllogie

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ein subjektiver Rückblick

Áls Terrarista Tribe Veranstalteten wir im Frühjahr 2015 eine kleine Protestreihe am „Gefahrengebiet“ Görlitzer Park, um auf die rassistische Politik & Polizeikontrollen vor Ort, Verdrängung und deren Ursachen aufmerksam zu machen.

Hier ein kleines Fazit:

Act I :

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Am Freitag den 13. März Versammelten wir uns das erste mal am Spreewald platz um lautstark gegen Rassismus, Repression, Illegalisierung, Verdrängung und Kriminalisierung zu protestieren und gleiche Rechte für Alle einzufordern.

Zuallererst wurde vom Land Berlin (Versammlungsbehörde) verboten, uns wie angemeldet IM Park zu versammeln. Stattdessen sollten wir unseren musikalischen Protest am Spreewald platz abhalten, und zwar mit folgender Begründung:

– wir würden die Grünflächenverordnung missachten, weil doch das Gras im Görli nicht wachsen könne, wenn wir auf der geschotterten Fläche vor dem „Bambukkale-Brunnen“ (wo kein Gras wächst) tanzen würden.


-es könnten Bodenerosionen durch unser Stampfen entstehen, weil es regnen könnte (was nicht geschah).

– Wir würden den Park Zweckentfremden, welcher Erholungszwecken diene.

– Unser Protest hätte keinen Bezug zur Örtlichkeit („take back the PARK“)

– Wir würden dem Berliner Stadtbild nicht entsprechen, welches von kultureller und musikalischer Vielfalt und Protest geprägt ist.

– Wir seien „Eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“

Geschmeichelt und empört legten wir Widerspruch beim Verwaltungsgericht ein, was erstmals ignoriert wurde…

Der Erste Act unserer Protestreihe verlief trotz Repression und einer einzigen Woche Vorbereitung, besser als wir es uns vorstellen konnten!

Es war eine Bombenstimmung vor den Bassboxen, die Polizei verhielt sich friedlich, provozierte kaum durch ihre Präsenz.

Wir konnten von 14-22h dank solidarischen Soundsystems und Musiker*innen zu Psy- und Tekkno-Basslines unseren Protest feiern! Die Redebeiträge und Flyer wurden positiv aufgenommen und es kam zu einigen Diskussionen.
Wir ernteten soviel positives Feedback, Ermutigungen und Dank (Danke dafür).

Als eine Demonstration in Solidarität mit den Kämpfen in Kurdistan vorbeizog, verkündeten wir Solidarität und Beistand.

Wir brachten sogar ein*e wütende*n Anwohner*in dazu, ein selbst gestaltetes Plakat an die Hauswand zu kleben: „Eine Party ist keine politische Versammlung“ oder so war darauf zu lesen…
Leider richtete sich die Wut in diesem Fall gegen uns und nicht etwa gegen die (Unserer Erfahrung nach hauptsächlich zugezogene) X-Berger Anwohnerschaft, die mehr oder weniger tatenlos zulässt, dass im Kiez Rassismus und Polizeigewalt zum Alltag gehören.

Dieses Plakat ist ein Anzeichen für den Bestehenden Lautstärke-Konflikt zwischen Kulturschaffenden/Aktivistinnen und Anwohnerschaft.

Ein Konflikt welcher entsteht aus Verdrängung, Kommerzialisierung von (Feier)kultur, rassistische, sexistische und diskriminierende Clubs und Räumungen von Jugendzentren und Freiräumen.

Nehmen sie uns die Freiräume, dann nehmen wir uns die Straßen die Parks und die Plätze!“

PS: Zu Herzen genommen haben wir uns den Wunsch unseren politischen Charakter zu verdeutlichen. Es ist wahr, dass nicht alle Redebeiträge klar und deutlich waren. Wir hielten unsere Reden etwas experimentell durch ein mit Effekten belegtes Micro über einem musikalischen Hintergrund, was zu viel des Guten war…(Zu hören waren zum teil viele Soundeffekte mit politischen Schlagwörtern…)

Außerdem sammelten wir Spenden wegen Antirepressionskosten um Menschen zu unterstützen, die bei der Ohlauer Dachbesetzung mit dabei waren und seit Dezember 2014 und bis zu diesem Zeitpunkt in der JVA Moabit gefangen gehalten wurden.

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Act II:

Am Samstag den 28.03. trafen wir uns trotz demselben Verbot, mit derselben Begründung und den selben Forderungen ein 2. Mal am selben Platz, statt im Park wie angemeldet.

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Hier einer von Vielen Redebeiträgen der Versammlung:

Heute ist Samstag.
Die Letzten Tage waren ziemlich ereignisreich.

am 13.03 Nach unserem Protest Auftakkt der Reihe „Tekk Back Da Park“. gab es am

14.03 eine Kraftvolle Kiezdemo vom Hermannplatz zum Amtsgericht Neukölln.
Dennoch nicht so kraftvoll wie es am

18.03. in der Finanzmetropole Europas der Fall war.
Mit Blockupy, haben wir in Bankfurt ein Zielgerichtetes Zeichen gesetzt, dass bewies, was wir schaffen können, wenn wir zusammenhalten, und was wir zerstören können, wenn es uns im Weg ist.

Im Weg sind sicherlich Ereignisse wie der von Nazis Versuchte Brandanschlag auf die besetzte Ohlauer am

19.03. Im weg ist der Senat und seine „Task Furz – Görlitzer Park“
Im Weg sind all die Glaubenssätze, die uns einschränken und uns davon abhalten, ein befreites Leben aufzubauen.

Vorgestern in der Nacht zum

27.03. Wurde der Kulturverein Allmende brutal geräumt.
Gestern haben sie nun begonnen Menschen nicht mehr in die besetzte Ohlauer rein zu lassen.
Diese Stille Räumung werden wir nicht dulden. Wir sind hier vor Ort um Krach zu machen, bis die Menschen aufstehen.


(…)

Sie haben getan was sie konnten um uns zu verbieten, uns die Freiräume zu nehmen & sie haben sich tief geschnitten wenn sie denken, wir würden uns beugen. Jetzt erst recht werden wir solange die Straßen beschallen und Krach machen bis wir erhört werden und wir uns die Freiräume nehmen, die uns zustehen! “

(…)

Auch dieses Mal ist die Veranstaltung besser gelaufen als wir es uns erhofft hatten: Wir hatten einen Qi-Gong Workshop, geiles Wetter, mehr Teilnehmer*innen, mehr Redebeiträge, mehr Infomaterial.

Uns ist es dieses Mal auch besser gelungen die Redebeiträge in die Musik zu integrieren.
Der „Karneval of Love“ eine Gruppe von Musiker*innen mit eigenen Instrumenten und volle Kanne guter Energie, welche sich wie wir nicht IM Park versammeln durften, protestieren musikalisch mit uns.
Respekt für deren Aktion des zivilen Ungehorsams, gemeinsam und musizierend zu versuchen in einen öffentlichen Park zu gelangen!
Die Berliner Polizei verhinderte dieses Vorhaben leider mit BFE-Einheiten.

Reclaimxgörlixxx

Auch dieses mal kassierten wir Lärmbelästigung, und sogar eine Anzeige wegen Körperverletzung ist eingegangen, weil ein Mensch von der Musik Kopfschmerzen bekam. Daraufhin gab es eine interne Debatte über Gewalt, einen Anwohner*nnen-Brief, der in 500 Briefkästen landete und weitere Antwort in Form von Redebeiträgen bei Act III.

Hier ein Ausschnitt des Briefes:

„ (…) Abgesehen von Beschwerden über die Lautstärke, wurde vermehrt kritisiert, unsere Mittel des Widerstandes seien „vollkommen unangebracht“.

Wie oft waren Wir friedlich und mehr oder weniger ruhig auf der Straße gewesen?

Und was hat sich daraufhin verändert? Wir wollen nicht länger ignoriert werden! Durch das Mittel der Lautstärke in der Öffentlichkeit sind Wir unüberhörbar. Musik und Tanz verbinden seit jeher die Menschen. Doch auch dort haben sich Kapitalismus und Rassismus etabliert.

Wir wollen nicht länger hinnehmen, dass bei Club-Partys die Hautfarbe ein Kriterium ist, ob die Türsteher*innen dich reinlassen oder nicht, dass es kaum alternative Freiräume gibt, und die wenigen existierenden nach und nach gewaltsam zwangsgeräumt und durch Luxusbauten ersetzt werden. Diese Räume sind oder waren nicht nur Orte, wo wir uns frei entfalten können, sondern auch Lebens- und Wohnraum. Wo sollen wir hin, wenn uns die letzten Freiräume genommen werden?

Werden uns die Freiräume genommen, kann sich Perspektivlosigkeit in Wut und Gewalt wandeln.
In Welchem Verhältnis aber, steht sie gegenüber der Gewalt, die von Oben ausgeführt wird?

Diskriminierung ist Gewalt.

Repression ist Gewalt.

Eine Versammlung zu verbieten ist Gewalt.

Die Augen und Ohren zu verschließen ist Gewalt.

Die Lethargie der Masse ist Gewalt.
Darauf können wir nur mit gewaltigen Mitteln Antworten!

(…)“

Menschen leiden und ihr schweigt.

Bässe klingen und ihr schreit!“

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PS: Dieses Mal wurden ein Großteil der Spenden geklaut. Wir haben trotzdem gespendet, minus gemacht aber viel Spaß gehabt und der Aufwand hat sich tausendmal gelohnt! Nicht nur Spenden sind Abhanden gekommen.
Eigentum mag Diebstahl sein, deswegen Teilen wir auch was wir können. Was wir nach unserem Verständnis nicht teilen müssen, ist das, was wir zum Leben brauchen. Seien es letzte Ersparnisse um den Monat nicht zu hungern zu müssen, oder Sachen, die wir brauchen um uns zu verwirklichen (zB. Die Geige für ne*n Straßenmusiker*in). Der kleine Laden an der Ecke ist auf Verkauf persönlich angewiesen, ausbeutende Supermärkte nicht.

Eine Brieftasche auf einem unkommerziellen Freeparty-Protest zu stehlen ist scheiße!


Kriminell ist jedoch, dass wir jeden Tag von oben bestohlen werden, manche mehr, manche weniger. Die meisten verlieren ihre Zeit und ihr Würde, viele verlieren ihr Leben. Nehmen wir uns unser Leben zurück!

Act III:

Am Sonntag den 19.o4. sollte es dann soweit sein:

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Wir bekamen um den 30.03. die Antwort vom Verwaltungsgericht, welche uns Recht gab und sinngemäß erklärte, das Verbot der Versammlungsbehörde sei für’n Arsch.

Wir durften uns also offiziell zu einer musikalischen Protestversammlung im Park treffen.
(warum musste es so schwer sein?)

Am 17.o4. Meldeten wir bei der vollkommen fassungslosen Versammlungsbehörde (persönlich wie immer) für den Sonntag zwei weitere Kundgebungen an. Zeitgleich sollte neben dem Floor am „Bambukkale-Brunnen“ im Park ein Soundsystem vor dem Park am Spreewaldplatz aufgebaut werden und eins vor der besetzten Ohlauer.
Die Beamten der Behörde wollten uns klar machen, dass wir sowas nicht dürfen, bis sie realisierten, dass wir wiedermal im Recht waren (köstlicher Anblick).

Wir nahmen uns also vor, eine temporäre Autonome Zone zu schaffen, um das von Polizei und Taskfurz belastete Gefahrengebiet zurückzuerobern… ein Gebiet zu schaffen, voll von Musik, Menschen und Chaos, eine Grundlage für so einiges…

Wir wollten wiedermal nicht nur ein Stück vom Kuchen … , aber da waren unsere Augen Größer als was wir alleine stemmen konnten.

Wie wir später erkannten waren wiedermal eine Woche Vorbereitung zu wenig Zeit und zu viel Verantwortung für nur ne Hand voll Menschen.

Dennoch waren wir diesmal nicht alleine. Görli 4 All und die Initiative Berliner Mieten Volksentscheid bauten diesmal Infostände auf und hielten Redebeiträge. Durch die Infostände sahen wir etwas weniger nach Underground aus und es kamen mehr Mensch rum, die sich Flyer mitnahmen, die Mieten Petition unterschrieben oder diskutierten.  Es gab auch mehr spontane Beteiligung durchs Mikrofon. Die Gruppe Rummelstilzchen machte Techno Musik für diejenigen, denen unsere Mukke nicht gefällt.

Es gab allerdings einige technische Schwierigkeiten, Die Bullen haben uns im laufe des Tages verboten, an der Ohlauer Stage Musik zu spielen, es gab sinnlose Anzeigen seitens der Bullen wegen roten Ampeln oder losgeleinten Hunden! Dass die Staatsgewalt es schaffte, uns an der Ecke die Musik zu verbieten, lag nicht nur an Polizeiwillkür sondern auch an dem Mangel an Unterstützung, den die Versammlung bekam!

An dieser Stelle Tausend bunt angemalte DANKESCHÖN Buchstaben an die clandestine Insurrektionelle rebellische Clowns Armee :o)
Ihr wart wunderschön und genau zur richtigen Zeit am falschesten Ort!

Wir versuchen temporäre Freiräume zu schaffen. Diese leben nur davon, dass sich Menschen daran beteiligen und sie mitgestalten, wie sie es wollen und können, spontan, kreativ, friedlich sowie offensiv. Wir haben gesehen, dass unsere Ziele zu hochgesteckt waren und werden in Zukunft keine 3 Kundgebungen gleichzeitig abhalten. Wir hatten gedacht, dass wir dadurch eine Art Kiez Fest Atmosphäre schaffen könnten wo auch Platz ist für andere Musik außer unserer persönlichen Lieblingsmusik, die nunmal nicht alle so sehr anspricht…
Vielleicht waren unsere Ziele gar nicht mal zu hochgesteckt, sondern unser Haufen einfach zu kaotisch und zu spontan.

 

Auch wenn es nicht viele waren, wir sind da gewesen! Wir waren Lauter und mehr denn je!

Der Sonntag war ein gewaltig schöner Tag!

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Danke an alle, die da waren und mitgewirkt haben und selbst an die, die nicht dabei seien konnten aber stets an unserer Seite kämpfen.

Danke für die ständigen Ermutigungen und Rückhalt, für die Power/Liebe aufm Dancefloor 😉 Für diese scheinbar unendliche Energie die wir einander schenken und schaffen.

Danke an die Initiativen wie „Görli 4 All“ für die Unterstützung vor Ort und überhaupt für den rebellischen Kampf um den Park.

Danke an den „Berliner Mieten-Volksentscheid“ welcher standhaft für eine humane Wohnpolitik einsteht ob auf der Straße oder im Bassgedröhne 😉 Danke Zeitgeistkollektiv, Rummelstielzchen, Mongers und alle anderen, die mit uns die Events ermöglichen. Danke an alle Kämpfer*innen, egal ob militant, ob pazifistisch, ob mit Musik, Tanz, Poesie, ob mit Stein oder Feder… Besonderen Dank an alle, die ihren Arsch bewegen um uns gegenseitig an die Hand und unser Leben selbstständig in die Hand zu nehmen!

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Hier noch ein Redebeitrag des 19.+ o4. :

An die Anwohner*innen,

Wie die Beamten der Versammlungsbehörde uns mitteilten sind einige Beschwerden eingegangen, wegen der Lautstärke unserer letzten beiden Versammlungen.

Es ist eine Anzeige wegen Körperverletzung gegen uns gestellt worden weil wer Kopfschmerzen bekam.
Anwohnerinnen hatten den Eindruck, wir würden uns lediglich unter einem „Politischen Deckmantel“ versammeln um feiern zu dürfen.
Vllt. sind einige unter uns, die das auch noch so denken…

Eins soll klar gestellt werden:
Wir SIND HIER weil uns die scheiße ankotzt, die hier im Kiez abgeht. dass hier Menschen gejagt werden weil sie eine andere Hautfarbe haben, weil sie Gras verkaufen könnten.
Jeden verdammten Tag werden hier Menschen kontrolliert und bloß gestellt und schlimmer ist, dass kein Schwein was dagegen unternimmt. Es sind immer dieselben Gesichter auf der Straße, Gesichter, die im Visier von Staatsgewalt und Repression fallen.
Warum tut sich nichts? Warum kann sowas hier in X-Berg passieren?

Was macht der Senat mit uns Mieter*innen?
Wir haben die schnauze voll, bei Zwangsräumungen auf „theoretisch solidarische“ Nachbar*innen nicht zählen zu können.
Wir gestalten den Kiez gemeinsam, doch wenn die Massen sich lethargisch ihren Arsch platt sitzen, dann passiert nichts.

Zu den Kopfschmerzen:

Wir haben Magenschmerzen von der allgegenwärtigen Strukturellen Gewalt dieser Gesellschaft.
Wir sind Wütend und Verzweifelt, doch haben wir noch genug Hoffnung in den Adern um unseren Pazifismus zu bewahren und unsere Gewalt auf laute Musik zu beschränken.
Wir haben noch zu viel Spaß am Leben um uns endgültig abzuschießen und vor allem gibt es noch Zuviel zu tun! Tut uns Leid für die Störung.
Uns Stört es, dass der Kiez sich nicht erhebt so wie es sich gehört, wenn Immobilien mehr gewertet werden als Mieter*innen, wenn Kreuzberg von Cops belagert wird und es fast normal scheint.

Das bereitet Schmerzen!

Wenn die Polizei uns aus dem Park vertreibt, dann haben wir den Salat auf der Straße.
Gewürzt mit Raub und Diebstahl, weil es anders zu schwer ist, an Geld ran zukommen.
Das will keiner von uns Allen!!!“ 
(Sinngemäßes Zitat eines Betroffenen aus Act II)

Also: Legalisisierung, Bleibe- und Arbeitsrecht für Alle!

Lasst uns informieren, vernetzen, die Ursachen erkennen  und bekämpfen!

El Pueblo Unido

Jamas sera vencido!

Vereint gegen Verdrängung, Repression und Rassismus!

We Are One!

G4A

PS: … ein weiterer Redebeitrag vom Sonntag 😉

An unsere liebe Freunde und Helfer der Polizei,

Seit Jahren nun stehen wir uns regelmäßig gegenüber. Die Umstände unter denen wir uns treffen eignen sich selten für ein besinntes Gespräch. Was auch daraus hervorgeht, dass das Organ der Polizei mit der Justiz als Repressionsapparat dient. Ihr dient einem sogenannten Staat, der korrupt, undemokratisch und scheinheilig regiert, uns ausbeutet und mit Wirtschaft und Medien uns zu gehorsamen Konsumzombies mutieren lässt. Ihr dient einem System, dass wir verachten. Und deshalb ist es auf Demos oft schwierig, in einer Wolke aus Reizgas mit nem Knüppel im Gesicht oder in Vollmontur unter einem Steinhagel, sich zu verstehen.

Wenn wir jedoch innehalten, wird uns klar, das wir im Grunde das selbe wollen. Wir wollen uns aktiv einsetzen für ein gerechteres Miteinander. Abgesehen von denen unter uns, die pathologische Aggressionen haben mit denen sie nicht zurecht kommen.

Zuerst, Danke für das friedliche miteinander ohne weitere Eskalationen bei den letzten Versammlungen. Und Danke für all den guten Scheiß den ihr zugegebener Weise auch abzieht.
Wenn ihr dann mal da seid um eine sexistische Aggression zu verhindern, wenn ihr dafür sorgt, dass weniger Menschen im Straßenverkehr sterben müssen usw., 
dann macht ihr schon einen guten Job, auch wenn viel zu viel schief läuft…

Was so alles schief Läuft, scheint für viele unveränderlich. Uns fehlt auch die Zeit um uns zu besinnen, um auf unser Herz zu hören. Uns fehlt die Zeit, nicht nur weil graue Männer sie uns stehlen, sondern weil wir sie uns nicht nehmen.

Hätten wir Zeit uns zuzuhören und uns zu verstehen, dann würden sich die verhärteten Grenzen auflösen, die uns voneinander trennen und die eine bessere Zukunft unmöglich scheinen lassen.

Diese Grenzen sind wie Brillen, durch die wir uns gegenseitig mit Vorurteilen, Hass und Wut betrachten. Manchmal verbirgt ein Visier ein Leuchten im Auge, sowie eine Vermummung ein Lächeln verdeckt. Und ganz ehrlich gesagt, ist unser Spielchen auch ab und zu sehr amüsant…
Das Problem sind die Spielregeln. Einige von uns können o. wollen ihre Wut und Verzweiflung über die bestehenden Verhältnisse nicht anders ausdrücken und vor allem bestimmte bedrohliche Maßnahmen nicht anders abwehren als mit Militanz und Entschlossenheit.

Wir fühlen uns verletzt durch Machtmissbrauch, und Repression.
Laute Musik ist lächerlich im Vergleich zu der strukturellen Gewalt, die täglich auf uns allen lastet! Lasst uns befreien von diesen Machtstrukturen, Patriarchat sowie Rassismus und allen anderen Diskriminierungen und Phobien. Lasst uns innehalten und zusammenkommen.

Alle Farben sind schön!

tf

Allerliebst

von mir aus der subjektiven Sicht eine*s*r Terrarist*in

ⱤⵑŦ ~ ⱤⵑB

PPS: ᙍᏫᙨᙬ Tᘑ°ᶒʈɧᶒr.

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