Perspektivenwechsel (Antwort auf den Tagesspiegel)

Der Tagesspiegel hat uns entdeckt 😉

http://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/kreuzberg/berlin-kreuzberg-techno-im-goerlitzer-park-demo-gegen-senatspolitik/11645934.html

Unser Kommentar zum TaskFurz:
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Ich bin eine von den Aktivist*innen und möchte zuallererst eins klarstellen:
Es geht uns nicht in geringster Weise darum, Drogenkriminalität zu unterstützen. Der Punkt ist, dass die Menschen in die Illegalität gezwungen werden, da sie keine Arbeit(serlaubnis) und oft auch keine Aufenthaltserlaubnis haben. Wie sonst sollen sie sich und ihre Familien ernähren? Geben Wir ihnen gut bezahlte Arbeit und sie werden nicht mehr dealen…

Und vor allem: Warum sind diese Menschen hier? Sie fliehen vor Umständen, die unser zerstörerischer Kapitalismus geschaffen hat: Krieg (oft um Rohstoffe für unsere Produkte) mit deutschen Waffen, Ausbeuterbetriebe, Zerstörung der Umwelt, Vertreibung von Menschen aus ihrem Zuhause…
WIR als Konsument*innen haben dabei bedeutende Mitverantwortung, da wir die Produkte kaufen, die unter diesen furchtbaren Bedingungen produziert werden und damit die Maschinerie des Verderbens antreiben. Uns muss bewusst werden, dass unser Luxus auf Kosten der meisten anderen Menschen geht und auf Kosten der Umwelt und unserer Zukunft.
Noch müssen die Konsequenzen hauptsächlich die spüren, die eh schon massiv unter diesem egoistischen System leiden. Doch auch hier kommen die Folgen an, denn die Schere zwischen arm und reich wird immer breiter, der Anteil an Profiteueren des Systems kleiner und der Anteil der Ausgebeuteten größer. Wer profitiert oder nicht ist eben Glücksache… kommt drauf an wo wir geboren werden… Auf welcher Seite stehst du? Und wie sieht es in ein paar Jahren aus? Auch wenn du (noch) zu den privilegierten Profiteur*innen gehörst: Wo bleiben Mitgefühl und Solidarität? Es ist möglich, Strukturen zu etablieren, die zum Wohle Aller sind und uns eine Zukunft ermöglichen… Allerdings passiert das nicht von alleine!
An diejenigen, die sich über die Lautstärke unseres Protests beschwert haben: Wäre es euch immer noch zu laut, wenn ihr selber betroffen seid und im Winter auf der Strasse schlafen müsst?Wir haben es satt, ignoriert und verdrängt zu werden. Es ist kurz nach 12, wir wollen nicht mehr leise sein! Wir wollen unsere Wut und Trauer auch nicht wegmeditieren! Wir wollen was in Bewegung setzten und dafür brauchen wir euch! Die Veranstaltung im Park ist als freie Plattform gedacht um zusammenzukommen und zu protestieren. Es gibt verschiedenste Wege des Protests und ihr seid herzlich eingeladen, dies mit uns zu gestalten.
Und zum Schluss: Wäre die Politik tatsächlich darauf aus, Drogenkriminalität zu bekämpfen, würden sie keine Steuergelder für Polizeieinsätze verschleudern, die sich mit Grammzahlen beschäftigen. Das ist lächerlich! Sollen sie lieber die maffiösen Drogenbosse jagen!

GGWTACTIII3

 

3 Gedanken zu „Perspektivenwechsel (Antwort auf den Tagesspiegel)“

  1. Kommentiert von „Kraftportler“ auf der TS-Steite:

    Tut mir leid,
    aber..was SIE hier schreiben hat mitnichten wirklich etwas mit den Lebensbedingungen von Menschen zu tun, die aus wirtschaftl. Gründen ihre Heimat verlassen, sondern aus jedem Ihrer Worte ist Systemkritik deutlich herauszulesen.
    Für mich ist es offensichtlich, dass sie die Notlage vieler refugees nur dazu nutzen, um Ihrem eigenen Unmut über unser Wirtschaftssystem Ausdruck zu verleihen.
    Fällt Ihnen das selbst gar nicht mehr auf??

    Eigentlich könnte man es damit schon auf sich beruhen lassen, aber mich überrascht trotzdem dieser Tugendfuror, der aus Ihren Sätzen spricht.

    Fahren Sie ein Auto oder benutzen Sie gelegentlich eines…woher kommt wohl das Öl??
    Haben Sie noch nie bei H&M, Primark oder C& A eingekauft und denken sie automatisch dann immer an die Arbeitsbedingungen derjenigen, die diese Produkte fertigten, können sich aber leider nix teureres leisten? Kaufen Sie sich gelegentlich Rosen/Blumen und sind Sie sich darüber im Klaren, dass die höchstwahrscheinlich aus Kolumbien oder Kenia kommen?

    Von Ihnen lese ich nur, dass WIR, also der Westen, die Menschen in ihren Ursprungsländern ausbeuteten.
    Warum zeigen Sie nicht auf diejenigen, die dort Produktionsstätten besitzen und oft genug Inländer sind?
    Haben Sie schon einmal drüber nachgedacht, dass wir durch die Nachfrage von Produkten und Dienstleistungen in diesen Ländern wiederum vor Ort Arbeitsplätze generieren?

    Es ist nicht nur naiv,sondern zeugt auch von wenig Nachdenklichkeit zu glauben, in Deutschland oder Europa ließen sich die oft „hausgemachten“ Probleme solcher Staaten lösen,aus denen die Flüchtlinge zu uns kommen. Nicht nur, dass,folgte man Ihrer Argumentation,solche Produkte hier gar nicht mehr in dem Maße gekauft werden könnten, Arbeitsplätze hier deswegen auch vernichtet würden und wir einen Aufstand all derjenigen riskieren würden, deren Leben in eine totale soziale Schieflage geraten würde-nein, SIE sprechen außerdem einem großen „braindrain“ in diesen Ländern das Wort! Na SUPER!(;-

    1. Antwort auf kraftsportler vom 17.04.2015 18:25 Uhr

      An Kraftsportler

      1. Der Vorwurf der Instrumentalisation hat weder Hand noch Fuß. Wir kämpfen teils verschiedene Kämpfe, dennoch kämpfen wir zusammen gegen Strukturen, auf die all unsere Probleme zurückzuführen sind.

      2.
      Fahren Sie ein Auto oder benutzen Sie gelegentlich eines…woher kommt wohl das Öl??
      Haben Sie noch nie bei H&M, Primark oder C& A eingekauft und denken sie automatisch dann immer an die Arbeitsbedingungen derjenigen, die diese Produkte fertigten, können sich aber leider nix teureres leisten? Kaufen Sie sich gelegentlich Rosen/Blumen und sind Sie sich darüber im Klaren, dass die höchstwahrscheinlich aus Kolumbien oder Kenia kommen?

      für mich kann ich antworten: Ja ich benutze gelegentlich Autos, wenn ich mitgenommen werde beim Trampen oder von den Bullen zum Beispiel…
      Unsere Generatoren laufen jedoch noch mit Benzin, was wir ändern könnten, hätten wir die Mittel Öko-Generatoren zu betreiben. (z.B. siehe Einleuchtend eV.) Dafür kannst du uns gerne was spenden 😉
      Zu den Klamotten: NEIN, wir boycottieren so nen Scheiß!
      Und Blumen sind viel schöner wenn sie Wurzeln tragen und alle darüber staunen können.

      3. zu dem Rest rate ich nur mehr Auseinandersetzung mit globalen Zusammenhängen. Wer profitiert woran und wer leidet darunter…

  2. Freiheit für Alle aber nicht für die Anwohner!!!
    Zum dritten Mal werden die Anwohner unter dem Deckmantel einer Demonstration für eine angeblich positive Sache mit massivem Lärm belästigt. Hierbei möchte ich auch Mark beipflichten: was Ihr bei Euch zu Hause macht, interessiert mich nicht, aber die Drogen im Görlitzer Park öffentlich zu verkaufen ist einfach falsch. Es wurden zum Beispiel Drogen im Sandkasten eines Spielplatzes gefunden, es passieren im Görlitzer Park wirklich zu viele schreckliche Dinge, die eindeutig mit dem Verkauf von Drogen in Zusammenhang gebracht werden können.
    Ihr schreibt: „Same rights for all“, aber was ist mit den Anwohnern?! „Eine Technoparty ist keine Demo“, dies ist ein Plakat, dass ich nach Eurer Veranstaltung am Spreewaldplatz Ende März an einer Haustür entdeckt habe und dem kann ich mich nur anschließen. Meine Wohnung ist bei jeder Eurer Veranstaltung praktisch unbenutzbar und ich sehe nicht, wie die massive Freiheitseinschränkung der Anwohner, Euch Euren Zielen näher bringt. Und wenn man sich Eure angebliche Demonstration einmal anschaut, handelt es sich dabei einfach nur um eine riesige Party. Wo sind da die Inhalte? Und wie soll das den armen Flüchtlingen helfen? Habt Ihr eigentlich mal mit den Menschen gesprochen, in deren Namen Ihr Eure „Demonstrationen“ durchführt? Deren Meinung würde mich wirklich mal interessieren. Übrigens werden mir auch als hochschwangerer Frau bei meinem täglichen Gang durch den Görlitzer Park oder zum Görlitzer Bahnhof Drogen zum Verkauf angeboten. Wo ist da mein Platz im Görlitzer Park, der doch für alle sein soll.

    Also bitte, wenn Ihr an einem Sonntag eine Technoparty über 10 Stunden im Görlitzer Park veranstalten wollt, dann versteckt Euch nicht hinter der Hilfe für Flüchtlinge, oder so Aussagen wie der Park ist für alle da!

    Anne

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